Was hat es mit der Frührente auf sich?
Der Vorruhestand erscheint manchem Arbeitnehmer, der die Altersgrenze von sechzig Jahren erreicht hat, als erstrebenswerte Sache. Endlich Zeit für private Hobbys, für schöne und ausgiebige Reisen, für ein Winterquartier in Spanien, für den Garten, für die Familie und für vieles andere. Dabei wird der Vorruhestand oft auch als Frührente bezeichnet. Die Frührente ist eigentlich ganz einfach: Wer die Frührente in Anspruch nimmt, geht in Rente bevor das so genannte Renteintrittsalter für die reguläre Altersrente erreicht wurde. Damit gewinnt man einige Jahre Freizeit; nimmt aber auch Abschläge bei den Rentenzahlungen in Kauf. Diese Abschläge sind unter Umständen sogar empfindlich – je nachdem wie früh man in Rente gehen will.
Wer beispielsweise fünf Jahre früher in Rente gehen mag, der muss Abschläge von 0,3 x 60 Monate = 18 Prozent Abschlag in Kauf nehmen. Das ist keinesfalls ein Pappenstiel. Wer ohnehin mit einer niedrigen Altersrente rechnet, überlegt sich dann die Entscheidung für eine Frührente lieber dreimal. Auf jeden Fall aber ist sicher, dass die Höhe der Frührente im Vorfeld geprüft werden sollte. Dem sollten auch die Lebenshaltungskosten gegenüber gestellt werden. So lässt sich sicher stellen, dass die Abschläge nicht die Existenz gefährden oder die Pläne für den Ruhestand aufgrund finanzieller Engpässe zunichte machen.
Nicht immer ist die Frührente eine freiwillige Sache. Wer kurz vor dem Erreichen der Altersgrenze für die reguläre Rente langfristig arbeitslos wird und die Voraussetzungen für die Zahlung einer Frührente mitbringt, kann vom Amt zwangsweise in dir Frührente geschickt werden. Dabei gehen die Rechte der Ämter sogar so weit, dass diese im Namen des Arbeitslosen den Antrag auf Frührente stellen dürfen – ob er selbst das will oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Eine freiwillige Sache dagegen ist die Kombination der Frührente mit der Altersteilzeit. In diesem Falle nimmt der Arbeitnehmer die Regelungen der Altersteilzeit in Anspruch und hört sogar noch vor dem Beginn der Frührente auf, regelmässig zur Arbeit zu gehen.
Es gibt also verschiedene Varianten, den Ruhestand zeitlich nach vorne zu verlegen. Die Frührente und die Altersteilzeit gehören dazu. Welche Variante für einen Arbeitnehmer vorteilhaft sind, ist immer genau zu prüfen, denn in allen Fällen ist der frühe Ruhestand mit finanziellen Einbussen verbunden.
Autor: Andrea Delp
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