Kunststoffglas
Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in mehreren Teilen Europas eine Erfindung gemacht, die heute mehr den jemals zuvor in der modernen Industrie von Bedeutung ist. In Deutschland meldete der Chemiker Otto Karl Julius Röhm 1933 sein Patent auf den Namen „Plexiglas®“ an. Gleichzeitig gab es in Europa ähnliche Entdeckungen. Jetzt wird Acrylglas, wie der Kunststoff auch noch genannt wird, in vielen Bereichen eingesetzt, unter anderem der Medizintechnik, im Automobilbau oder bei der Herstellung von Haushaltsgeräten. Und auch größere Projekte, wie Fassaden, Dächer oder Seeaquarien können mit der Hilfe von Acrylglas gebaut werden. Dabei kommen sowohl beim einfachen Display des Handys, wie auch beim Blinkerglas, oder der Brille die Vorzüge von Kunststoffglas gegenüber anderen Werkstoffen zum Vorschein. Denn Acrylglas ist belastbar und robust, aber seine Herstellung ist billig und vergleichsweise unkompliziert.
So kann Plexiglas® zum Beispiel mit Hilfe eines sogenannten „Extruders“ angefertigt werden, einer Maschine, mit der das Acrylgranulat geschmolzen und anschließend über Düsen in die gewünschte Form gespritzt wird. Oder die einzelnen Grundstoffe des Kunststoffes werden in eine Form gegossen. Darin reagieren sie miteinander zu Acrylglas.
Zur Weiterverarbeitung gibt es viele Möglichkeiten, denn Acrylglas kann gebohrt, geklebt, geschnitten und verformt werden. Je nach dem wie dick das Stück ist, kann es entweder mit einem Cutter oder einer Säge geschnitten oder gesägt werden. Nach dem Schneiden müssen die Schnittkanten noch geschliffen und poliert werden, damit sie sauber und transparent werden. Sollen zwei Teile miteinander verbunden werden, kann man den Kunststoff selbst als Klebstoff einsetzen. Hierzu trägt man ein Lösungsmittel auf die Fuge auf, worauf die beiden Einzelteile sich miteinander verbinden, ähnlich wie beim Schweißen. Erhitzt man Acrylglas auf 130 °C bis 180 °C, je nach Art des Glases, kann es wieder verformt werden. Nach dem Verformen muss das Glas aber langsam abgekühlt werden, sonst entstehen Spannungsrisse.
Sollten sich auf der Oberfläche des Acrylglases Kratzer gebildet haben, dann man sie nach Säuberung der Stelle mit Schleifpapier beheben.
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