Kennzahlen im Businessplan
Wer eine Existenzgründung plant, kommt meist am Businessplan nicht vorbei. Die Erstellung eines Businessplanes im Zuge der Vorbereitung einer Existenzgründung ist sinnvoll, da hiermit Geldgeber oder Entscheider bei den Förderprogrammen überzeugt werden können und eine intensive Vorbereitung gewährleistet wird.
Neben der allgemeinen Beschreibung des Vorhabens muss die finanzielle Situation genau beschrieben werden. Dies erfolgt im Rahmen verschiedener Planungen: Einer Investitionsplanung, einer Umsatzplanung, einer Rentabilitätsplanung, einer Liquiditätsplanung und einer Finanzierungsplanung. Diese Finanzpläne sind jedoch nicht alles, was in den Finanzteil eines Businessplanes gehört. Auch die Offenlegung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen kommt hier gut an. Die Berechnung und Nennung von Kennzahlen im Businessplan ist nicht notwendig, wenn die Existenzgründung lediglich durch den Gründungszuschuss finanziert werden soll. Sinnvoll ist die Verwendung von Kennzahlen, wenn der Businessplan bei einer Bank vorgelegt werden soll. Notwendig ist die Nennung von Kennzahlen, wenn Investoren gesucht werden – das gilt insbesondere bei der Gründungsfinanzierung durch institutionelle Investoren.
Typische betriebswirtschaftliche Kennzahlen im Businessplan sind beispielsweise der Eigenkapitalanteil, der Verschuldungskoeffizent, der Cash-Flow oder die Eigenkapitalrentabilität, die Gesamtkapitalrentabiliät bzw. die Umsatzrentabilität. Der Eigenkapitalanteil zeigt die Beziehung zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital; er wird auch Eigenkapitalquote gennannt. Er errechnet sich aus dem Eigenkapital des Unternehmens geteilt durch das Gesamtkapital des Unternehmens. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert und schon ist klar, wie hoch der prozentuale Anteil des Eigenkapitals am Unternehmen ist. Für einen Kredit ist es sinnvoll, eine möglichst hohe Eigenkapitalquote zu erreichen. In manchen Fällen ist das jedoch nicht möglich; hier können Gründer eventuell auf einen geförderten Kredit zurückgreifen. Wer einen Kredit von seiten Hausbank haben will, muss ohne ausreichende Eigenkapitalquote mit einer Ablehnung oder mit schlechten Konditionen rechnen.
Der Cash-Flow ist ebenfalls eine Kennzahl, die im Businessplan gut aufgehoben ist. Er dient der Analyse der Liquidität des Unternehmens. Er zeigt, wie hoch die Mittel sind, die dem Unternehmen aus Umsatzerlösen zur Verfügung stehen und ist für die Prüfung der Kreditwürdigkeit von besonderem Interesse. Aus diesem Grunde spielt der Cash-Flow für einen Businessplan, der bei einer Bank vorgelegt werden soll, eine besondere Rolle.
Es gibt unterschiedliche Berechnungsmethoden für den Cash-Flow. Vereinfacht gesagt, stellt der Cash-Flow dar, wieviel am Ende eines Zeitraumes nach Berücksichtigung aller Einnahmen und aller Ausgaben noch übrig bleibt. Es handelt sich also um nicht entnommenen Gewinn zuzüglich neu gebildeter Rücklagen, Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen. Wenn es sich um ein kleineres Unternehmen handelt, das keine Bilanz im Sinne des Handelsgesetzbuches erstellt, handelt es sich um den nicht entnommenen Gewinn zuzüglich der Abschreibungen.
Damit haben Sie die wichtigsten Kennzahlen für einen Businessplan kennen gelernt. In der Finanzanalyse gibt es zahlreiche weitere Kennzahlen – der Cash-Flow und die Eigenkapitalquote sind jedoch vorerst die wichtigsten. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den Lesern Ihres Businessplanes, ob weitere Kennzahlen gefordert sind.
Autor/in: Andrea Claudia Delp
E-Mail: info(at)amaveo.de
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