Immobilien-Verlosung in Zeiten der Finanzkrise

Die momentane weltweite Finanzkrise ist nicht die Folge von Marktversagen, sondern eine Folge von Staatsversagen! So meint zum Beispiel der New Yorker Ökonomie-Professor Joseph Stiglitz: „Wenn sie Leute mit der Regulierung beauftragen, die von Regulierung nichts halten, ist das das Ergebnis".
In Deutschland gerieten ganz offensichtlich vermehrt staatliche oder halbstaatliche Banken in die Krise, zum Beispiel die WestLB, die Förderbank KfW sowie auch die Düsseldorfer IKB. Das rückt den Deutschen Staat einmal mehr ins Licht, ein schlechter Wirtschafter zu sein, schlechter als Private. Die Verwaltungsräte dieser Banken sind in ihren Funktionen offenbar völlig ungeeignet, komplizierte Finanzgeschäfte zu kontrollieren. Erschwerend kommt speziell bei der Förderbank KfW hinzu, dass hier der Verwaltungsrat mit Politikern besetzt ist.
Nun kommt das Imperium Staat zurück und gibt mit großer Geste und vollen Händen Geld aus, was er nicht hat. Ein Rettungsschirm nach dem anderen wird aufgespannt. Doch kann es ernsthaft die Aufgabe des Staates sein, zum Beispiel den Verkauf der Dresdner Bank von der Allianz an die Commerzbank zu finanzieren?
Hinterher zu Retten und dafür noch mehr Geld auszugeben ist den Politikern schon immer leichter gefallen, als vorher klug zu Haushalten. Peer Steinbrück sagte zum Beispiel: „Wie klein macht sich ein Staat, der seine Größe darin sieht, besonders viel Geld auszugeben, der sich aber nicht einmal mehr zutraut, die Steuern so zu gestalten, dass die Bürger sie auch verstehen können.“ Der Staat sollte sich auf seine wirklichen Aufgaben besinnen und den Bürgern mit klaren verlässlichen Regeln Freiräume öffnen.
Infolge der derzeitigen Krise kommen auch private Eigenheimbesitzer durch berufliche Schwierigkeiten in privaten Notsituationen und sind teilweise sogar gezwungen, ihren Besitz zu veräußern. Nur leider hat die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise auch am Immobilienmarkt ihre negativen Spuren hinterlassen. Doch der kleine Privatmann hofft vergeblich auf einem Rettungsschirm der Regierung bzw. auf kleine Unterstützungen in der Not. Im Gegenteil, selbst Menschen, die sich bemühen in einer solch schweren Zeit eine vernünftige Lösung ihrer Probleme zu finden, legt der Staat immer wieder große Steine in den Weg.
Eigentlich dürfte nichts anstößiges daran sein, den eigenen Immobilienbesitz in Zeiten der Not zu verkaufen, zu verschenken oder auch zu verlosen. Doch auch dagegen haben die deutschen Behörden etwas einzuwenden. Ein Hausbesitzer aus München hatte im Internet 48.000 Lose zum Preis von jeweils 19 Euro angeboten. Neben dem Haus sollten unter anderem auch ein Kleinwagen sowie weitere Preise verlost werden. Diese Verlosung sollte jedoch kein reines Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel sein, da überwiegend das Wissen der Teilnehmer über die Gewinner entscheiden sollte.
Doch die Verlosung eines Hauses im Internet wurde von der Regierung von Mittelfranken gestoppt. Nach Auffassung der Behörden verstoße die Aktion des Mannes gegen das geltende Glücksspielrecht. In vielen anderen Ländern sind diese Art von Verlosungen erlaubt, auch ohne strenge Auflagen und weder die Loskäufer noch der Staat stören sich daran.
Es werden Immobilien verlost/verkauft, welche sonst höchstwahrscheinlich nicht zum Verkauf gekommen wären. Damit würde eine nicht unerhebliche Menge ein Geld in den Umlauf kommen, in Zeiten der Krise kann das mit Sicherheit nur ein Vorteil sein.

 

 

 
Autor  Heiko Erxleben
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