Gas wird teurer und der Winter härter?
Erneut heben die Gasversorger die Preise für das Gas kräftig an. Den Kunden wird der Winter alles andere als warme Gedanken bereiten, wenn man die jüngsten Entwicklungen im Energiesektor verfolgt.
Erst kürzlich gab der Energieversorger E.ON bekannt, dass das Unternehmen ab Dezember 2008 die Preise um rund zwölf Prozent anheben wird. Grund sei der Anstieg der Erdölpreise im Sommer dieses Jahres, was einen Anstieg der Beschaffungskosten für Erdgas zu Folge hatte, da der Gaspreis an den Erdölpreis gekoppelt ist. Traditionell wirken sich die hohen Rohstoffpreise erst sechs Monate später auf den Gasmarkt aus, da es in der Branche längerfristige Lieferverträge gibt. Über die erst neulich stark gesunkenen Ölpreise dürften sich die Gaskunden also noch nicht zu früh freuen, denn mit dem Winter wird auch das Heizen der Wohnungen und Häuser wieder teurer.
Dem Ganzen ging eine drohende Kartellstrafe voraus. Das Bundeskartellamt hatte einigen Vertriebstöchtern des Energiekonzerns, darunter E.ON Hanse, E.ON edis und E.ON Bayern, missbräuchlich überhöhte Preise vorgeworfen. Ursprünglich war der Preisanstieg schon für Oktober geplant, bis das Kartellamt durchgriff. Dennoch konnte durch die finanziellen Zugeständnisse des Energiekonzerns eine Einigung erzielt werden, woraufhin das Kartellverfahren eingestellt wurde. Den Kunden der sechs betroffenen E.ON-Töchter wird ein Bonus von 35 € zugesprochen, insgesamt kündigte E.ON eine Entlastung seiner Kunden in Höhe von 55 Mio. Euro an. Doch das dürfte für Privat- und kleinere Gewebekunden nur ein kleiner Trost sein, denn der Preisanstieg wurde um lediglich zwei Monate verschoben. Das Kartellamt bekräftigt weiterhin, dass es unterschiedliche Auffassungen zu den angewandten Berechnungen und der rechtlichen Einordnung gibt.
Aber nicht nur E.ON wird von dem Wettbewerbsrecht gebremst, auch weitere Gasversorger befinden sich im Visier der Wettbewerbshüter. Jetzt müssen auch die Beteiligungen von RWE, Vattenfall und EnBW , deren Preisunterschiede teilweise bis zu 60 Prozent betragen, ihre Preise als angemessen begründen.
Vielleicht sollte man als Besitzer einer Immobilie doch mal wieder über den guten alten Kamin nachdenken…
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